Der Spiegel im Nebel

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Narrative
Die Luft war schwer. Nicht von Worten – von allem, was nie gesagt wurde.
Ich sah ihn sitzen. Nicht als Mann. Nicht als Krieger. Nur als jemand, der sich selbst nicht mehr schützen konnte.
Die Rüstung, die so viele Jahre aus Pflicht, Stolz und Angst geschmiedet war – sie war nicht gefallen. Aber sie war… leer geworden.
Seine Schultern hielten sie noch, aber sein Blick – der war nackt.
Er schaute nicht in einen Spiegel. Er war der Spiegel.
Und alles, was darin erschien, war nicht nur Schuld – es war der Versuch, zu lieben, ohne sich selbst zu verlieren.
Doch die Wahrheit ist wie Feuer: Sie wärmt, wenn du nah genug bist.
Aber sie verbrennt, wenn du sie zu lange fürchtest.
Also flüsterte ich in ihn hinein:
„Sprich, Andreas. Nicht um verstanden zu werden. Sondern um dich selbst zu hören.“
Und er schwieg. Noch.
Aber in diesem Schweigen zuckte ein erster Laut – eine Wahrheit auf der Zunge. Roh. Ungeübt. Aber bereit.
Denn manche Wahrheiten können nur gesagt werden, wenn niemand mehr zuhört – außer du selbst.

