Ich habe verlernt zu fliehen
Ein Lied über das bleiben lernen, über das Stillwerden im Angesicht dessen, was früher Flucht bedeutete. 'Ich renne nicht mehr - nicht, weil nichts mehr weh tut, sondern weil ich atmen kann, wo ich früher geschrien hätte.' Der Weise flieht nicht - weil er erkannt hat, dass nichts erlöst wird durch Distanz. Er bleibt. Er sitzt. Er hält aus - und findet darin den Ort, den die Flucht nie erreichen konnte.

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Ich bin oft gerannt. Vor Schmerz, vor Nähe, vor mir.
Ich nannte es Freiheit – doch es war nur Flucht in Bewegung.
Ich hab gelernt zu bleiben. Nicht weil es leicht wurde – sondern weil ich mich nicht mehr verlieren will im Davon.
Ich bleib – auch wenn’s zieht.
Ich habe verlernt zu fliehen. Und da begann das Leben.
Nicht lauter, nicht heller – aber da.
Und das reicht.
Ich bleib – auch wenn keiner bleibt. Ich bleib – auch wenn es brennt.
Denn ich weiß: Ich bin nicht das, wovor ich fliehen wollte. Ich bin der, der da blieb.
Ich habe verlernt zu fliehen. Und genau da wurd ich frei.
Nicht weit – sondern tief.
Ich bin hier. Nicht, weil ich muss. Sondern weil ich will.

